Firmengeschichte Weissenburger

Das Familienunternehmen Weissenburger, jetzt in zweiter Generation, hat eine ungewöhnliche Gründungsgeschichte. Lesen Sie hier, wie alles an fing:

1948 - 1985

1948: Eugen Weissenburger, ein junger Mann aus Bad Ems, ist ratlos. Der Krieg hat verhindert, dass er seine Ausbildung als Techniker beendet. Er kann viel - hat darüber aber keine Nachweise, wie viele junge Menschen seiner Generation. Doch er hat einen väterlichen Freund, Willy Rody. Dieser hatte 1931 als erster den Ozean auf der Route über die Azoren von Ost nach West überflogen. Eine abenteuerliche Geschichte, die um wenige Meilen misslang. Er hätte fast mit dem Leben bezahlt, ist nach sieben Tagen und sieben Nächten mit seinen Piloten von der im Ozean treibenden Junkers gerettet worden. Dieser Willy Rody, ein Mann der sich immer gut kleidet, gibt Eugen 1948 den Rat: "Wie wär's mit Krawatten? Die Leute wollen sich wieder schön anziehen, aber für einen neuen Anzug fehlt noch das Geld. Eine schicke Krawatte können sie sich aber leisten." Eugen ist skeptisch: Er ist Techniker, kein Schneider. Da schenkt Rody ihm eine Krawatte, die er sich 1931, nach dem Ozeanflug, in der eleganten 5th Avenue in New York gekauft hatte. Diese Krawatte ist hier in der Galerie zu sehen. Mit dem Mut der Verzweiflung lässt Eugen diese Krawatte von Schneiderinnen kopieren und damit beginnt die Produktion.

Mehr über den Ozeanflug von Willi Rody unter diesem interessanten Link, aus dem Archiv der Junkerswerke www.junkers.de/blog/der-ozeanflugversuch-der-w-33-esa

Ilse und Eugen führen nun ihr Unternehmen zusammen. Zunächst im ersten, sehr kleinen Atelier im mittelalterlichen Dausenau, ein historisches Foto aus der Zeit ist erhalten. Fast alles wird in Handarbeit gefertigt. Schon bald danach im neuen Haus in Fachbach an der Lahn, wo die Firma noch immer ist. Eugen ist zuständig für Verkauf, Schnitte und Techniken, Ilse für die Verwaltung und die korrekte Buchführung. In der Galerie sieht man auch ein Bild von der manuellen Buchführung dieser Jahre, wobei Ilse von etwa 1000 Fertigbindern umgeben ist, die damals gerade sehr in Mode waren.

Firma Weissenburger 1986 bis heute

Als Leonore Weissenburger die Firma von den Eltern übernimmt, kommt ein neues Element dazu, das eigene Design. Als ausgebildete Designerin beginnt sie Stoffe zu entwerfen. Für individuelle Auftraggeber wie Firmen, Konzerne und Vereine und in ihrer eigenen Kollektion für Chorkunden, die ihr als passionierte Chorsängerin besonders am Herzen liegen. Designs für Chöre sollen bühnentauglich sein und eine Fernwirkung entfalten, gut sichtbar, mit klaren Formen aber unabhängig von schnell wechselnden Moden. Mit in der Firma ist über sehr viele Jahre Frau Güll. Sie entwickelt technische Lösungen für die Verarbeitungen, Schnitte und ist auch am Telefon für die Kunden. Im Jahr 2006 organisierten Ulla Güll und Leonore Weissenburger zusammen eine große und gut besuchte Krawattenausstellung in Bad Ems, die Krawatte als Symbol des modischen, zeitgeistigen und politischen Wechsels. Das Material soll eines Tages in einem Krawattenmuseum wieder verwendet werden. Mehr über die Kunden kann man auf der Seite Kundenfotos sehen.